30.06.2013

Depardieu in der Rolle des „Rasputin“: „Putin ist der Beste!“

Letzten Samstag, 29. Juni 2013, auf einer Pressekonferenz nach der Premiere seines neuesten Films „Rasputin“: Gerard Depardieu (64), der darin die Hauptrolle spielt, erzählt den Journalisten seine Erkenntnisse über die „russische Seele“, über die russische Gesellschaft und über Präsident Putin. „Ich habe mich mit Putin angefreundet, er ist eine sehr starke Persönlichkeit, er ist genau der Führer, den Russland jetzt braucht“. Er habe kürzlich Putin das Drehbuch zur Ansicht gegeben und nach Zeugnissen der russischen Geschichte befragt. Putin äußerte seine Zufriedenheit mit dem Opus und ermöglichte Dreharbeiten in den Palästen und Parks in Zarskoje Selo (deutsch: Zarendorf, gehört zu St. Petersburg), sagte Depardieu weiter.

Begeistert sprach er von seiner Rolle als Rasputin, der die Verkörperung der russischen Seele sei, die ihn schon in seiner Jugend bei der Lektüre von Dostojewski, Achmatow und Majakowski fasziniert habe. Von den Journalisten nach seiner russischen Staatsangehörigkeit befragt, erklärte Depardieu er habe Frankreich wegen der hohen Besteuerung (75Prozent) unter dem neuen Präsidenten Hollande verlassen. Er wolle aber auch weiterhin Franzose bleiben. Er habe nur sein Aufenthaltsland gewechselt. (Kommersant, 29. Juni 2013).

Sodann erzählte er, wie er zu einem russischen Pass gelangt sei. Er habe Anfang Januar Präsident Putin in der Olympiastadt Sotschi getroffen und dieser habe ihm bei dieser Gelegenheit den russischen Pass überreicht. Sie hätten dann noch zusammen gespeist und über seine Zukunft als Schauspieler in Russland gesprochen. Gleich im Anschluss sei er in seine neue Heimat nach Saransk in Mordwinien (oder Mordowien wie es auch heißt) in der Wolga-Region abgereist, wo er von den Einheimischen mit Blini (russische Teigspezialität) und dem Auftritt einer Folkloregruppe herzlich empfangen wurde. (Kommersant, 6. Januar 2013)

Inzwischen erhielt Depardieu in Tschetschenien ein weiteres Zuhause. Der Präsident der kriegsgeplagten Republik Ramasan Kadyrow, der sich zur Aufpolierung seines martialischen Image gerne mit schönen Frauen und berühmten Schauspielern aus dem Westen umgibt, hat Depardieu die Schlüssel zu einem der mondänen Appartements in den neuen Hochhäusern in Grosny übergeben.

Für die Großzügigkeit des Präsidenten revanchierte sich Depardieu mit dem Actionfilm „Tourqoise“, der im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien spielt und in dem Depardieu die Mörder seines Sohnes jagt. Die weibliche Hauptrolle hat die britische Schauspielerin Elizabeth Hurley (47, Austin Powers) übernommen, die ebenfalls von Präsident Kadyrow hofiert wird.

Übrigens hat Depardieu noch eine weitere Wohnung in Moskau. Und kürzlich wurde ihm in Murmansk nördlich des Polarkreises eine Wohnung angeboten. In Saransk, Hauptstadt der Republik Mordowien, gut 600 Kilometer südostwärts von Moskau, will er außerdem ein Restaurant mit französischen Käsespezialitäten aufmachen. Was zieht ihn nach Mordowien? Er sagt, Angeln und in den Birkenhainen flanieren (RIA Novosti, 17. Januar 2013).

Demnächst will Depardieu noch die brasilianische Staatsangehörigkeit annehmen. Der für Russlands Imagepflege unschätzbare Franzose wird so zum Weltbürger, den es an kein Land endgültig bindet. Doch es ist kein Geheimnis, dass er an der französischen Grenze in einem belgischen Städtchen namens Néchin auf der Flucht vor den französischen Steuerbehörden ein Domizil nahe der Heimat erworben hat. Als Held von „Asterix und Obelix“ liebt Depardieu das Landleben und macht immer wieder mit alkoholischen Exzessen und handgreiflichen Auseinandersetzungen Schlagzeilen. In Russland ist er damit gut aufgehoben, für Raufereien und Alkoholexzesse sind die Russen jederzeit zu haben.


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