21.08.2016

Die Gründe der großen Flucht aus Syrien

In drei verschiedene Wellen haben Millionen Syrer ihr vom Bürgerkrieg zerrissenes Land verlassen. Zuerst kam es zur Binnenflucht in vermeintlich sichere Zonen im Inland. Als die Zerstörung staatlicher Strukturen und der ohnehin schwach entwickelten Infrastruktur immer weniger Arbeitsplätze und Existenzmöglichkeiten boten, flohen die Menschen in großer Zahl in die Nachbarländer Jordanien, Libanon, Türkei und Irak. Dort waren die Hundertausende und Millionen jedoch ebenfalls nicht in den Arbeitsprozess und die Gesellschaft zu integrieren. Es entstanden riesige Flüchtlingslager. Die Hilfsprogramme, die den Flüchtlingen dort helfen sollten waren und sind chronisch unterfinanziert. Hinzu kommt eine starke Konfessionalisierung des Konflikts, es kämpfen Alawiten gegen Sunniten und Schiiten gegen Alawiten, Sunniten gegen Christen und rivalisierende Terrorgruppen gegeneinander.

Syrien wurde zum internationalen Kriegsschauplatz

Die Einmischung verschiedener Großmächte ab Mitte 2013 hat Syrien schließlich zu einem internationalen Kriegsschauplatz gemacht. Dabei spielten die Macht- und Wirtschaftsinteressen von drei Allianzen eine bedeutende Rolle: der russisch-chinesischen Allianz, die vom Iran unterstützt wird, der USA und ihrer Verbündeten und einer Allianz aus der Türkei, Saudi Arabien und Katar. Als in Europa die Grenzen plötzlich geöffnet bzw. nicht mehr gesichert wurden, nutzten Millionen Syrer, aber auch Flüchtlinge aus anderen Weltgegenden diese Lage aus, und strömten zu Millionen vor allem nach Deutschland. Die meisten anderen Länder hatten ihre Grenzen frühzeitig dichtgemacht. Dr. Kenan Engin vom Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen untersucht erstmals die drei verschiedenen Wellen der großen Flucht und wie Europa zum Kontinent der Hoffnung wurde.


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