06.09.2015

Was steckt hinter dem Machtkampf in der Donezker Volksrepublik

EM 06.09.2015 Nachdem bei einem Staatsstreich in der sogenannten "Donezker Volksrepublik" der bisherige Vorsitzende des Nationalrats Purgin entmachtet und durch Dennis Puschilin ersetzt wurde, rätseln Kommentatoren und Kreml-Astrologen über die Hintergründe.

Die meisten Analysten sehen in der Entwicklung eine schrittweise Rückkehr des Donbass in die Ukraine. Nach dieser Logik dient der Machtwechsel dazu, die sogenannten "Donezker" und "Luhansker Volksrepubliken" schrittweise unter die Kontrolle des ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow zu bringen.

Auch Kreml-nahe Kreise berichten davon, dass Russland die Kontrolle über die Separatistengebiete an die ukrainischen Oligarchen zurückgeben wolle - im Rahmen der vom ukrainischen Parlament kürzlich in erster Lesung beschlossenen Autonomie.

Eine weitere Nachricht des gestrigen Tages bestätigt diese Theorie: Der Sprecher der sogenannten "Luhansker Volksrepublik" hatte erklärt, dass die Kontrolle der Grenze zu Russland wieder den ukrainischen Grenztruppen übergeben werden solle. Dies sei "keine Bedrohung für die Luhansker Volksrepublik".

In den letzten Tagen hatte sich die militärische Lage im Donbass deutlich beruhig. Offiziell war die Waffenruhe im Zusammenhang mit dem Beginn des Schuljahres am 1. September 2015 erneut ausgerufen worden.

Am 4. September war inoffiziell bekannt geworden, dass die Untergruppe für Sicherheit im Rahmen der Verhandlungen der OSZE Fortschritte hinsichtlich des Abzugs von Waffen von der Frontlinie gemacht hatte. Schon am 8. September könne eine Vereinbarung unterzeichnet werden.

Gleichzeitig häufen sich Berichte über ein russisches militärisches Engagement in Syrien. Der russische Präsident Putin kündigte am Wochenende in Wladiwostok an, dass Russland dem Assad-Regime im Kampf gegen den Islamischen Staat helfen wolle.


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