21.04.2014

Ein Abgeordneter der Russischen Staatsduma sieht keine „Faschisten“ in der Ukraine


Ilja Ponomarjow sieht keine Faschisten in der Ukraine
Ilja Ponomarjow

EM 21.04.2014 Der Abgeordnete der Russischen Staatsduma Ilja Ponomorjaow ist der Meinung, dass es in der Ukraine nicht mehr radikale Nationalisten gibt, als Skinheads in Russland.

Ilja Ponomarjow, Abgeordnete der Russischen Staatsduma, war in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach in der Ukraine. Die „Banderovzy“ (Anhänger des ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera) und „ukrainischen Faschisten“, über die das russische Fernsehen und der Kreml ständig berichten, hat er dort nach eigener Aussage nicht finden können.

Ponomarjow schrieb dies in seinem Blog auf „Echo Moskwy“ nach seinem aktuellsten Besuch in Kiew: „Noch zum Nationalismus. Ich habe schon gesagt, dass ich in Kiew keine Banderovzy gesehen habe. Es gibt einzelne Personen und kleine Gruppen von Rechtsradikalen, einen Massencharakter hat das aber ganz sicher nicht.“

Der Rechte Sektor, eine kleine Organisation von paramilitärischen Neonazis sei in etwa das Gleiche wie russische Skinheads. „Sie sehen ähnlich aus und sind hier wie dort eine kleine Randgruppe. Und hier wie dort werden sie aus der Hand der Macht gefüttert. In der Ukraine hat sich das jetzt geändert, weil das jetzige Innenministerium in Kiew etwas gegen diese Gruppen unternimmt.“

Ponomarjow schreibt, dass nach seiner Ansicht die Schauergeschichten vom faschistischen Umsturz in der Ukraine und die maßlose Übertreibung der Rolle des Rechten Sektors in Russland dazu dienen, die Bevölkerung zu erschrecken und das Denken zu manipulieren.

Ponomarjow weist in seinem Blogeintrag auch darauf hin, dass die ukrainische Jugend sich massenweise freiwillig für den Militärdienst melden würde: „So eine Anzahl ukrainischer Flaggen hatte ich vorher noch nie gesehen. Vor unseren Augen entwickelt sich die ukrainische Nation.“

Nach der Meinung des Abgeordneten der russischen Staatsduma sind die Menschen in der Ostukraine unzufrieden damit, dass niemand sie beteiligen würde, dass Vertreter der neuen Regierung nicht in die Ostukraine kommen würden und dass die politische Tagesordnung vollständig im Zentrum und Westen der Ukraine gemacht werde.

Ilja Ponomarjow war der einzige Abgeordnete der Russischen Staatsduma, der gegen den Anschluss der Krim an die Russische Föderation gestimmt hatte.


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