13.02.2015

Patriarch der ukrainisch-orthodoxen Kirche auf „Pilgerfahrt“ nach Washington

EM, 12.02.2015 Die Krise in der Ukraine veranlasst Lobbyisten unterschiedlicher Richtungen in den USA Hilfe zu suchen, denn dort finden fast alle, selbst die verrücktesten Gruppierungen ihren Rückhalt. Mitte September 2014 warb der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in den USA und Kanada um militärische Unterstützung: „Zelte, Decken und Medikamente sind zur Verteidigung eines Landes im Krieg nicht genug“.

Über die Kontaktaufnahme der vom Kreml unterstützten Rebellen der Ostukraine mit der Separatistenbewegung in Texas haben wir berichtet. Jetzt geht es um die „Pilgerreise“ des Kiewer Patriarchen in die USA mit der unheiligen Bitte um kriegstaugliche Waffen. Er ist das Oberhaupt der ukrainischen Orthodoxen des Kiewer Patriarchats, die in der Ukraine in scharfem Gegensatz zu den Orthodoxen des Moskauer Patriarchats stehen.

Verleihung eines kirchlichen Ordens an Senator McCain

In den deutschen Medien wurde der Besuch einer Delegation der ukrainischen orthodoxen Kirche in den USA Anfang Februar dieses Jahres überhaupt nicht beachtet. Das Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche Patriarch Filaret verlieh bei der Gelegenheit dem republikanischen Senator John McCain, einem der wichtigsten Lobbyisten der Ukraine, den Orden des Heiligen Volodymyr 1. Klasse. Filaret würdigte damit McCains Unterstützung der Ukraine in schwierigen Zeiten: während der Euromaidan-Proteste zum Sturz des moskauhörigen Präsidenten Janukowitsch, während der Besetzung und Annexion der Krim durch russische Truppen und der vom Kreml unterstützten Sezession der Ostukraine.

Patriarch erinnert USA an ihre Pflichten gegenüber der Ukraine

Der Patriarch erinnerte bei der Ordensverleihung an die Pflicht der USA, die Unabhängigkeit der Ukraine zu verteidigen. Im Budapester Abkommen vom 5. Dezember 1994 hatten sich die USA, Großbritannien und Russland verpflichtet, im Gegenzug zum Nuklearwaffen verzicht der sowjetischen Nachfolgestaaten Ukraine, Belarus und Kasachstan deren Souveränität, deren bestehenden Grenzen sowie deren politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten und zu schützen.

Obamas „Prayer Breakfast Speech“ ohne Erwähnung der Ukraine

Übrigens war der Patriarch mit seinem Gefolge eigens nach Washington zum berühmten „National Prayer Breakfast“ mit Präsident Barak Obama teilzunehmen. Am „National Prayer Breakfast“, das fast jedes Jahr am ersten Donnerstag im Februar abgehalten wird, haben seit 1953 über 3500 Gäste, darunter Staatsmänner und Prominente aus über 120 Ländern, teilgenommen. Die religiös inspirierte Veranstaltung unter der Ägide des US-Präsidenten findet seit längerer Zeit im Ballsaal des Washington Hilton, Connecticut Avenue North West statt. Zur Enttäuschung des Patriarchen erwähnte Präsident Obama die Krise der Ukraine in seiner Rede überhaupt nicht. Stattdessen stieß er mit seinem Vergleich der historischen Entartungen im Christentum und Islam auf Spott und Ablehnung der amerikanischen Klerikalen.

Werbung für die Ukraine

In Washington nahm der ukrainische Patriarch jede Gelegenheit wahr, um den Präsidenten, Mitglieder des Kongresses, des State Department und anderer Institutionen in den USA zur Lieferung moderner Waffen an die Ukraine, die diese zur Selbstverteidigung und Wahrung ihrer Integrität und Unabhängigkeit benötige, zu bewegen. Die mehrere Millionen zählende ukrainische Diaspora in Nordamerika rief er auf, der notleidenden Bevölkerung in den Kriegsgebieten der Ostukraine, Sachmittel und humanitäre Hilfe zu liefern. Alle forderte er auf, um den Frieden in der Ukraine zu beten.

(Quelle: Religious Information Service of Ukraine, 5. Februar 2015)


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