Lindholm-Tatort mit vielen Fehlern in Belarus

EM -- Der Tatort „Das goldene Band“ mit der beliebten Ermittlerin Charlotte Lindholm setzte am vergangenen Sonntag die Suche nach den Hintermännern der Ermordung eines belarussisches Mädchens fort.

Abgesehen von der Ärgerlichkeit, dass zum wiederholten Male Osteuropa in deutschen Krimis nur im Zusammenhang mit Prostitution auftaucht, unterliefen den Machern dabei einige grobe Schnitzer.

Ermittlerin Lindholm und ein befreundeter Journalist fliegen im Film spontan nach Minsk – für das Film-Weißrussland ist offenbar kein Visum erforderlich. In einem weißrussischen Dorf gibt es zudem einen deutsch sprechenden Polizisten, der sofort mit der Ermittlerin zusammenarbeitet – auch das dürfte meilenweit von den Realitäten entfernt sein.

Der Höhepunkt ist jedoch erreicht, als die Ermittlerin und ihr Bekannter gemeinsam ein Kind aus Weißrussland entführen: Lindholm benutzt den Kinderausweis ihres Sohnes. Wie sie Weißrussland mit dem fremden Kind ohne Einreisestempel im falschen Pass einfach so verlassen konnte, wird wohl auf ewig  Geheimnis der Drehbuchautoren bleiben.

Für Weißrussland ist in der Realität für deutsche Staatsbürger ein Visum erforderlich, das Verfahren ist langwierig und kann kompliziert sein. Mit einem Kinderausweis kann ein Kind natürlich nur aus Belarus ausreisen, wenn ein Einreisestempel in diesem Pass die kürzliche Einreise des Kindes dokumentiert. Alles andere würde am Flughafen in Minsk unweigerlich zu sehr großen Problemen führen.


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