06.05.2013

Rätselhafte Russin im Vorstand der Euro-Gegner AfD

EM - Kaum bemerkt von den deutschen Medien nimmt eine russische Professorin mit doppeltem Doktortitel (mit dem Anhängsel „ru“ = in Russland erworbener Doktor) ihren Platz als Beisitzerin im Vorstand der euroskeptischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ein, die Mitte April 2013 in Berlin ihren Bundesparteitag abhielt.

Wer mehr über diese Dame wissen will, der trifft bei der Recherche auf eine Professorin gleichen Namens und Geburtsjahrs an der Staatsuniversität St. Petersburg, die sich dort mit einem erstaunlich breiten Spektrum an Wissen profilierte: mit der Geschichte und Politik Großbritanniens, mit PR und politischer „Imageologie“, interkultureller Hermeneutik und Journalismus. Wenn es denn diese nun ist, so lebt sie seit einiger Zeit in Deutschland, in Bonn-Bad Godesberg. Dort ist sie laut Liste bei der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien Mediation (BAFM, nicht zu verwechseln mit BAMF, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) beschäftigt: als „Mediatorin“, so die Information auf der Webseite der AfD.

Die rätselhafte Russin vertritt offenbar sehr spezielle politische Ansichten. Smirnova forderte in ihrer Bewerbung für den Vorstand der AfD einen Zwangsunterricht für in Deutschland lebende Ausländer in einem „Lektorium“. Nach der Meinung Smirnovas würden der Anteil der Ausländer in Deutschland „und damit auch die Probleme“ immer größer werden.

Während alle Vorstandsmitglieder auf der Seite der AfD mit ausführlichen Biographien vorgestellt werden, hält sich die AfD in Bezug auf die russische Professorin erstaunlich zurück. So bleibt gewollt oder ungewollt der Eindruck des Geheimnisvollen zurück.


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