03.05.2015

Kaliningrader Gouverneur Nikolaj Zukanow hilft Putins Nachtwölfen über die Grenze

EM, 03.05.2015 - In den Medien wird überall berichtet, Putins „Nachtwölfe“ hätten auf ihrer „Siegesfahrt“ zum 9. Mai nach Berlin trotz Verbots bereits jetzt die Grenze zur Europäischen Union überschritten. Konkrete Beweise werden kaum geliefert und auch nicht wie das eigentlich geschehen konnte. Genaueres erfährt man allerdings in der russischen Regionalpresse wie z. B hier in den „Neuen Kaliningrader Nachrichten“ des gleichnamigen Oblast, dem früheren Ostpreußen.

Dort wird berichtet, wie die Nachtwölfe am 25. April, von Kaliningrad (dem ehemaligen Königsberg) aus, die russisch-polnische Grenze überwanden. Sie veranstalteten eine Ralley nach Braniewo im benachbarten Polen. Zunächst wurden sie an der polnischen Grenze gemäß den Brüsseler Vorgaben abgewiesen. Doch dann schalteten sich der Gouverneur von Oblast Kaliningrad, Nikolaj Zukanow und der russische Konsul von Kaliningrad ein. Zukanow, der sich um die am 13. September diesen Jahres anstehende Wiederwahl als Gouverneur bemüht, machte die Fahrt der „Nachtwölfe“ zur Chefsache.

Er positionierte sich medienwirksam an die Spitze einer Kolonne Kaliningrader Honoratioren, begleitet von einem Bus mit einem Pulk von Journalisten, und lotste die „Nachtwölfe“ so auf trickreiche Weise problemlos über die polnisch-russische Grenze. Ziel war der Soldatenfriedhof in Braniewo, einer Ortschaft, die sieben Kilometer vom Frischen Haff, sechs Kilometer von der Grenze zum russischen Teil des ehemaligen Ostpreußens und 50 Kilometer von dessen Hauptstadt Kaliningrad liegt.

In Braniewo legte die von Gouverneur Zukanow angeführte Delegation auf dem dortigen Friedhof, auf dem 30.000 sowjetische Soldaten liegen, Kränze nieder. An der Zeremonie nahmen außer den Nachtwölfen mehrere Hundert Biker aus Oblast Kaliningrad und Polen teil.

In seinem Blog dankte der Gouverneur den Bikern für die Teilnahme an der Gedenkzeremonie, welche nach seinen Worten die Polen nochmal daran erinnern solle, „wer und zu welchem Preis uns allen (gemeint: Polen und Russen) ein friedliches Leben erkämpft hat“. Mit Fotos der Begeisterung untermalt vermerkte Zukanow, dass die Einwohner von Braniewo die Kolonne „mit aufrichtiger Freude und einem Lächeln“ empfangen hätten.

Nikolai Tsukanov auf Twitter

Neue Kaliningrader Nachrichten, 25. April 2015: Zukanow half den Nachtwölfen über die Grenze


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