03.10.2016

Wird Duterte vom Militär entmachtet?

Während internationale Medien vor allem seine Ausfälle gegen US-Präsident Obama und Papst Franziskus thematisieren – beide nannte er Hurensöhne – bereitet das Militär offenbar schon den Sturz Dutertes vor. Aber nicht wegen seiner Verbalinjurien, sondern weil einflussreiche Interessengruppen um Privilegien und Geschäfte fürchten. Und auch weil Washington alarmiert ist, wegen Dutertes neuer Annäherung an China und Russland. Die Philippinen sollen im West-Pazifik eine wichtige Rolle in Amerikas Strategie der militärischen Einkreisung Chinas spielen, was mit Duterte offensichtlich nicht funktioniert. Besuche hoher US-Politiker in Manila werden stets von protestierenden Demonstranten und kritischen Medienberichten gegen Amerikas Nutzung der Militärbasen Clark (Luftwaffe) und Subic Bay (Marine) begleitet. Nun kursieren Gerüchte über Pläne Duterte politisch zu entmachten. Den USA werden Kontakte zu einflussreichen Militärs in Manila nachgesagt.

Die Manila Times berichtete am 24. September über eine Anhörung im Senatskomitee für Justiz und Menschenrechte. Dort sollen Optionen für einen Regimewechsel in Manila diskutiert worden sein: neben einem Amtsenthebungsverfahren auch ein Militärcoup. Wiederholt hat das philippinische Militär in die Politik des Inselstaates eingegriffen, um Präsidenten zu entmachten, so Ferdinand Marcos und Joseph Estrada.


Philippinen

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