13.09.2019

Russischer Krypto-Rubel: Könnte die Einführung einer staatlichen Kryptowährung den Handel beeinflussen?

Die russische Zentralbank hat sich positiv zur Einführung einer nationalen Kryptowährung geäußert. Präsident Putin äußerte ebenfalls bereits sein Interesse, einen sogenannten „Krypto-Rubel“ einzuführen. Dies könnte für den Handel und die Beziehungen zwischen der EU und Russland hilfreich sein, da Kryptowährungen dezentral organisiert sind und marktverbindend wirken. Auch für die Zukunft der Vision einer Eurasischen Union, wie Russland sie anstrebt, könnten Kryptowährungen aufgrund ihrer nicht an den Nationalstaat gebundenen Natur förderlich sein und die Anleger und Einwohner der beteiligten Staaten näher aneinander rücken lassen. Eine Analyse.

Staatliche Kryptowährung für Russland?

Vertreter der russischen Zentralbank denken seit einigen Jahren öffentlichkeitswirksam darüber nach, eine offizielle, goldgedeckte Kryptowährung einzuführen. Vor wenigen Monaten wurden diese Gedanken erneuert. Bei der geplanten Währung würde es sich um eine sogenannte „Stable Coin“ handeln, da durch die Preisbindung an den Goldkurs die Kurse vorhersehbarer wären. Dies würde eine deutliche Modernisierung von Russlands Politik hinsichtlich digitaler Währungen darstellen. Bislang war man vonseiten der russischen Zentralbank eher verhalten gewesen, was das wirtschaftliche Potenzial von Kryptowährungen für die Russische Föderation angeht.

Präsident Putin dagegen hatte sich bereits 2017 offen für die Schaffung eines „Krypto-Rubels“ gezeigt. Dieser, so der Präsident, solle allerdings kein Mining ermöglichen, weswegen die Währung für Anleger weniger attraktiv wäre - Mining bezeichnet die Schaffung neuer digitaler Münzen durch Berechnung von Algorithmen an (Privat-)Computern. Zudem sprach der Präsident sich öffentlich für eine Regulierung der Kryptowährungen auf dem russischen Markt aus - auf diese Weise wäre es Russland möglich, Wirtschaft und Politik langsam an das digitale Zeitalter anzupassen. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.

Auswirkungen auf den Handel zwischen der EU und Russland

Auch wenn bislang noch Uneinigkeit auf politischer und finanzieller Ebene beim Thema Kryptowährungen herrscht: Auf den Handel zwischen Russland und der EU könnten sich die Einführung staatlicher Kryptowährungen und offenere Gesetze beim Thema digitale Münzen positiv auswirken.Kryptowährungen treiben aufgrund ihrer Dezentralisierung den globalen Handel voran und sind bei Anlegern in der EU bereits extrem populär, insbesondere in Zeiten von Nullzins und unsicherer wirtschaftlicher Lage. Auch Anleger, die alternative Kryptowährungen (sogenannte Altcoins) wie Ripple kaufen, die sich also erschwinglichere Alternativen zu Bitcoin herauskristallisiert haben, konnten in der Vergangenheit teilweise hohe Renditen einfahren. Die Währungen sind über sogenannte Krypto-Broker und Exchanges für Privatanleger käuflich zu erwerben und konnten sich in den vergangenen beiden Jahren im Wert stabilisieren. Neben Bitcoin und Ripple gibt es auch Währungen wie Ethereum, Cardano und Litecoin, welche mit innovativen Konzepten in der Vergangenheit bereits für Aufsehen sorgen.

Die hinter den Kryptowährungen stehende Blockchain-Technologie kann dank ihrer Verschlüsselungs-Methode für eine Vielzahl an Wirtschaftszweigen nützlich sein. Auch hinsichtlich des liberalen Aufbruchs in Moskau und für die Vertiefung der Beziehungen zwischen Russland und China könnte eine Öffnung des digitalen Handels positiv sein, da dieser erfahrungsgemäß die Wirtschaft fördert, globalisierend wirkt und aufgrund der Technologie außerdem modernisiert. In jedem Fall könnte sich durch das innovative Potenzial der Technologie die Wettbewerbsfähigkeit Russlands im internationalen Konkurrenzkampf erhöhen.

Fazit

Die Einführung einer staatlichen Kryptowährung, sowie die Öffnung Russlands für den internationalen Kryptohandel könnten sowohl die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Russland stärken, als auch positiv auf die Vision einer Eurasischen Union einwirken. Bislang lässt sich nicht absehen, ob die russische Zentralbank die Idee einer Stable Coin tatsächlich umsetzen wird. Für Anleger aller eurasischen Länder ist diese Entscheidung allerdings äußerst spannend.

RusslandWirtschaft

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