13.01.2023 14:10:35
GELESEN
Von Friedrich Mannstein
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Ismayr, Wolfgang (Hrsg.): Die politischen SystemeOsteuropas |
EM – Nur noch ein paar Mal die Zeitung aufschlagenund er ist da – der 1. Mai 2004. An diesem Tag treten die acht osteuropäischen(Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik,Ungarn) und zwei südosteuropäischen Länder (Malta, Zypern) endlichder Europäischen Union bei. Die nicht enden wollenden Porträts derzukünftigen Mitgliedsstaaten werden schlagartig von den Zeitungsseitenverschwinden und die praktische Arbeit der dann 25 Länder starken EU wirdin den Mittelpunkt der Berichterstattung rücken. Wer hat sich nicht überso manchen Artikel geärgert, der eingehend die Stimmung in den Einkaufsmeilenvon Budapest, Warschau oder Riga schildert und diese mit Stellungnahmen vonSupermarktkassiererinnen oder Briefträgern untermalt - Momentaufnahmenhaben oftmals Vorrang vor harten Hintergrundinformationen.
Der Politikwissenschaftler an der TU Dresden, Professor Wolfgang Ismayr,hat ein Buch für all diejenigen herausgegeben, die mehr wissen wollen.Das Kompendium „Die politischen Systeme Osteuropas“ analysiertnicht nur das Zusammenspiel der politischen Institutionen, sondern geht auchauf die politische Kultur, das Rechtssystem, die außenpolitischen Beziehungenund die Situation der Medien des jeweiligen Landes ein. Mit Ausnahme von Maltagibt es Beiträge zu allen neuen EU-Mitgliedsländern, überdieszu Rumänien und Bulgarien, die im Jahr 2007 der EU beitreten sollen. DieAutorengruppe hat jedoch bereits für künftige Osterweiterungen vorgebaut.Denn auch die politischen Systeme von vier Nachfolgestaaten des ehemaligenJugoslawiens (Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Makedonien, Serbien-Montenegro)werden behandelt, sowie von der Türkei, Moldawien und Albanien, von Rußland,Weißrußland und der Ukraine.
Natürlich lesen sich die etwa 40seitigen Beiträge zu jedem Landnicht so locker und leicht wie eine Reportage aus den Konsumtempeln der neuenEU-Hauptstädte. Dies liegt aber in der Natur der Sache. Das Buch ist gutverständlich geschrieben und deshalb auch für den Laien geeignet.Ismayrs Blick gen Osten, auf die staatliche Struktur der zehn EU-Neulinge,dürfte selbst für eingefleischte Experten von Gewinn sein. Im übrigenwurde im vergangen Jahr der Band „Die politischen Systeme Westeuropas“,den ebenfalls Wolfgang Ismayr herausgab, neu aufgelegt.
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Derichs, Claudia und Heberer, Thomas (Hrsg.): Einführungin die politischen Systeme Ostasiens |
Für Menschen, deren Interesse mehr dem Osten Eurasiens als dem OstenEuropas gilt, sei hier noch ein zweites Buch empfohlen: „Einführungin die politischen Systeme Ostasiens“, herausgegeben von den beiden Politologenund Ostasienwissenschaftlern Claudia Derichs und Thomas Heberer. Sie widmensich dem politischen Institutionengefüge Chinas, Hongkongs, Japans, Nord-und Südkoreas sowie Taiwans. Die Sprachwahl der Beiträge ist etwas „akademischer“ alsin Ismayrs Buch, doch auch der ungeübte Leser wird sich daran gewöhnen.
Die Bücher:
„Die politischen Systeme Osteuropas“
herausgegeben von WolfgangIsmayr
Leske + Budrich, Opladen 2004, 2. aktualisierte und überarbeiteteAufl., 966 Seiten, ISBN 3-8252-8186-8.
„Die politischen Systeme Westeuropas“
herausgegeben von WolfgangIsmayr
Leske + Budrich, Opladen 2003, 3. aktualisierte und überarbeiteteAufl., 916 Seiten, ISBN 3-8252-8099-3.
„Einführung in die politischenSysteme Ostasiens“
herausgegebenvon Claudia Derichs und Thomas Heberer
Leske + Budrich, Opladen 2003, 370 Seiten,ISBN 3-8252-8233-3.
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